Kultur am Vilshof

Vilshof
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Kulturelle Exkursionen

2014

Der Familienurlaub heuer führte uns in die Landeshauptstadt München. Eigentlich fahren wir da ja nie für länger hin, dieses Mal haben wir dort aber sogar übernachtet. Deutsches Museum, Olympiapark, Dix-Beckmann-Ausstellung, Surfer im Englischen Garten, Wiesn ohne Oktoberfest und Biergärten waren nur einige Stationen, die wir uns angeschaut haben.

 

Mit Stephan bin ich zur Zeit der Kirschblüte nach Prag gefahren, nachdem wir in 2013 schon ein erstes Mal dort waren, haben wir dieses Mal die Kleinseite intensiver erkundet und uns auch mit dem Prager Verkehrssystem eingehend vertraut gemacht.

 

Mein letzter Konzertbesuch war in Straubing Nigel Kennedy und Nils Landgren, die mir beide sehr gut gefallen haben. Die beiden traten beim blue tone Festival auf, einem mehrtägigen Musikprogramm in einem Zelt am Hagen, wo auch das Gäubodenfest jährlich stattfindet. Die Atmosphäre dort war sehr schön: keine aufdringlichen Securities, keine Absperrungen, freundliche Mitarbeiter am Ausschank und kostenlose Ohrstöpsel. Gerade Nigel Kennedy hat einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er Hotelzimmer zertrümmert haben soll...

 

Gute Autoren der letzten Zeit: Clemens Meyer (Im Stein, Als wir träumten), Daniel Kehlmann (F), Terezia Mora (Das Ungeheuer), David Mitchell (Wolkenatlas) und Lena Gorelik (Die Listensammlerin). Endlich habe ich auch was von Solschenizyn gelesen, wo mich sein Name doch seit meiner Kindheit schon fasziniert hat, weil der damals so lang und schwer aussprechbar war. Derzeit verbringe ich meine Lesezeit mit van der Heijden und Lust auf sein Gesamtwerk bekommen. Diese Woche in der Buchhandlung sind mir natürlich auch wieder viele andere aufgefallen ... ein Leben ist definitv zu wenig für all diese Geschichten!

 

Eindrucksvoller Film: The Wolf of Wall Street von und mit dem Dream-Team Scorsese/di Caprio, ein langer Film, ziemlich durchgeknallt und voller Szenen, die lange im Gedächtnis bleiben. Vor kurzem habe ich noch Blue Jasmine angeschaut, ein recht bitterer Film von Woody Allen. Zur Zeit genieße ich Dr. House in kleinen Dosen, (bin schon bei Folge 7, also nur noch 170 mehr, was bei meinem Tempo mindestens noch 1 Jahr bedeutet) und habe dadurch beträchtliches medizinisches Wissen erworben.

 

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2013

Die Osterferien verbrachte ich mit den Kindern in Berlin und neben Besuchen im Filmmuseum (derzeit lief auch eine Scorsese Ausstellung) und im Naturkundlichen Museum stand diesmal auch das Pergamon-Museum an. Vielleicht wären wir auch noch Boot gefahren, aber es war echt saukalt mit strammen zweistelligen Minusgraden an jedem Morgen.

 

In der S-Bahn hatten wir großartige Ausblicke über das Tempelhofer Feld, wo sich viele Kitesurfer tummelten, die mit Segelschirm und Snowboard über das ehemalige Flughafengelände in beachtlicher Geschwindigkeit unterwegs waren. Kalt alleine reicht ja schließlich nicht, muß auch noch der Wind gehen.

 

Kaum zurück von Berlin entdeckte ich, dass Björk im Sommer auf dem Tempelhofer Feld auftritt. Nachdem ich sie ja schon seit Jahren sehen will und Berlin für mich eigentlich ein Heimspiel ist, besitze ich nun natürlich eine Karte für das Event. Fahr ich halt heuer zweimal nach Berlin.

 

Beobachtung der Wirklichkeit und ihre Interpretation im Rahmen eigener Phantasie sind ja die Grundlagen von Schriftstellern, Regisseuren und Schauspielern, um daraus ihr Werk zu erschaffen. Wie Marcel Proust sich in Gesellschaft begab, bin auch ich unterwegs, um Erinnerungen zu sammeln, aus denen ich meine Biografie spinnen kann: neben dem Großereignis Bezirksorchester bekommen auch die Schriftsteller Andreas Altmann, der (wie ich) Altötting erlebt und überlebt hat ;-), und Wolfgang Herrndorf, dessen Roman "Tschick" heuer in Regensburg als Theaterstück zu sehen sein wird, ihren Platz in meiner Geschichte.

 

Klasse Film (Doku natürlich!): Prinzessinenbad, eine Liebeserklärung an Kreuzberg und seine Einwohner. Auch gut: "Sherlock Holmes" 1&2 von Guy Richie, die beide ganz verschieden und technisch sehr innovativ sind. Endlich auch Slumdog Millionaire gesehen, der zurecht viele Preise gekriegt hat. Die Nachbarskinder bekamen eine "Simpsons"-Staffel zu Weihnachten, die unsere Kinder natürlich gleich ausgeliehen und ausgiebig konsumiert haben, so sind auch wir in den Genuß zahlreicher Folgen gekommen und erfreuen uns an Parallelen zu unserem Familienleben.

 

Kultureller Ausblick: nächste Woche gehe ich (zum ersten Mal in meinem Leben!) in eine Oper: "Lola rennt" in Regensburg, kann ich also in Zivil erscheinen und brauche mich nicht extra neu einkleiden. Bin schon sehr gespannt, was die Bühnenkünstler sich da ausgedacht haben.

 

Hier noch zwei Aufnahmen vom diesjährigen Osterkonzert in Schmidmühlen, wo sich Zweckverband und Nachwuchs gegenseitig ausgeholfen haben:

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2012

Diese Woche habe ich angefangen, "Freiheit" von Jonathan Franzen zu lesen. Vorher habe ich "Die Korrekturen" vom gleichen Autor zum zweiten Mal beendet. Ich wollte es eigentlich gar nicht lesen, aber Stephan hat es aus der Bücherei mitgebracht. Da stand es nun auf dem Regal, ich habe es in die Hand genommen, aufgeschlagen, ... und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Auf jeden Fall eines meiner Lieblingsbücher, das ich auch schon mehrmal verschenkt habe.

 

In Schmidmühlen gibt es ja seit Anfang 2011 eine Bläserklasse für Erwachsene. Hier spielen überwiegend erwachsene Anfänger oder auch jüngere Zweitinstrumentbesitzer mit sehr viel Freude und Konzentration zusammen. Auftrittserfahrung sammeln wir vor allem bei Sportveranstaltungen, wo wir beim Lauf zuschauen und gleichzeitig motivierend auf die sportlichen Damen und Herren einwirken können, wie zum Beispiel beim Triathlon in Kallmünz. Unser nächster Auftritt ist übrigens ein Heimspiel in Schmidmühlen, wo wir von der Terrasse einiger Mitspieler aus einen Sommerbiathlon musikalisch gestalten werden. Wir haben die Bläserklasse mittlerweile umbenannt: Unser aller liebstes Musikprojekt heißt jetzt "Zweckverband Musikversorgung der Vils-Naab-Gruppe". Wie einst Prince ändern wir unsere Identität, vielleicht um die musikalischen Erleuchtung zu manifestieren. Eher virtuell wird dagegen unsere musikalische Selbstdarstellung in Zukunft sein, nämlich überwiegend bei facebook. Ich bin dem beigetreten, um mehr Menschen einfacher erreichen zu können und bisher allen Verführungen und Gefahren, die da lauern, ausgewichen (glaube ich).

 

Meine beiden jüngsten Leseerfolge waren Thomas Pynchon - Gegen den Tag und Aldous Huxley - Schöne neue Welt - beide Titel sind Shakespeare's Werk entnommen (Wenn's den gegeben hat, angeblich war er ja eine Frau - wie Gott).


Während bei Pynchon das Leben der Hauptpersonen in wilden Bahnen verläuft und sie sich auf ständig wechselnde Zweckgemeinschaften einstellen, ist bei Huxley die Gesellschaft zum Stillstand gekommen und die Menschen vegetieren in durchgeplanter Glückseligkeit. Die Bücher haben mein politisches Bewusstsein wiedererweckt und ich plante schon meinen Siegeszug durch die Instanzen: heute Klassenelternsprecher und morgen Bürgermeisterin! Hätte ich nur die Zeit zu gesellschaftlichem Engagement gehabt- die Welt sähe jetzt anders aus ;-)

 

Die Wiederherstellung der Anarchie wurde aber ausgesetzt, denn die zwei nächsten Bücher reduzierten das Politische wieder auf's Private: Born to Run von Christolpher McDougall stellte mir ein bizarres Universum von Extremsportlern vor, die schier Unglaubliches zu Wege bringen, indem sie die buddhistischen Idee der Eigenverantwortung ernst nehmen. Jochen Schmidt liest Proust ist eine wunderbare Langzeitbeobachtung, die den Respekt vor dem Leben der Anderen fördert und den Leser ermutigt, endlich zur Hauptperson seiner eigenen Biografie zu werden.

 

Ich hatte im Mai meine Premiere mit einer Big Band in Ursensollen. Im Februar durfte ich mit dem Bezirksorchester eine wunderbar musikalische Zeit verbringen und viele Eindrücke und Inspirationen mit nehmen. Daheim wurde mir so bewusst, wie die konzentrierte Suche nach musikalischer Harmonie auch das unmusikalische Zusammenleben erleichtert. Vielen Dank allen Mitmusikern für die schöne und lehrreiche Zeit!

 

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2011

Nikolaus: Die Wartezeit auf den Nikolaus, der nach Einbruch der Dunkelheit den Hof betrat, haben wir mit geistreicher Konversation, musikalischen Darbietungen und Nahrungsmittelaufnahme bestritten. Es gab Feuerstellen zum Hände wärmen und der Holzofen wurde angeschürt, um Glühwein und Gulaschsuppe in angemessenen Temperaturen servieren zu können.
Wir haben Musik gemacht, geplaudert und gegessen; die Kinder haben Basketball gespielt, Katzen gejagt und Kracher platziert. Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Abend und ich möchte mich nochmal bei allen bedanken, die die Anfahrt nicht gescheut und mit Naturalien, Instrumenten und Ihrem persönlichen Auftreten dazu beigetragen haben.

 

Mnozil Brass im Juni in Regensburg: ganz großes Musiktheater mit virtuosen und fantasievollen Akteuren. Laut und locker haben sie Ihre Instrumente gespielt, dass es eine Freude war, ihnen zuzuhören und zuzuschauen. Marita hat eine DVD von Ihnen gekauft und so haben auch die Kinder eine Ahnung des Konzerts bekommen.

 

In Schmidmühlen hat sich zum Jahresbeginn eine Bläserklasse für Erwachsene gegründet. Dort können Quer- und Neueinsteiger ein Instrument lernen und mit Gleichgesinnten musizieren. Eines unserer ersten Stücke war "Light my fire" von den Doors, das wir dann auch beim Osterkonzert der Blaskapelle zu Gehör bringen durften. Cris, unser Quotenausländer, hat gesungen und die Turnhalle, in der das Konzert stattfand, zum Toben gebracht. In der Folgezeit haben wir uns an Rennstrecken positioniert und ahnungslosen Sportlern z.B. den Imperial Marsch geblasen. Die ersten drei Adventswochenenden sind wir auf Weihnachtsmärkten und einer Nikolausfeier aufgetreten, dieses mal aber mit Weihnachtsliedern, wie sich das gehört.

 

Mein persönlicher Konzerthöhepunkt war der Auftritt mit dem Bezirksorchester. Eine Woche lang war intensives Proben angesagt, dafür begab man sich nach Windischeschenbach in Klausur, abschließend gab es ein tolles Konzert in Berching. Mir hat es so gut gefallen, dass ich mich auch gleich wieder für 2012 angemeldet habe. Schließlich ist die Musikwoche gleichzeitig meine Familienfreizeit und somit der allerschönste Rahmen für eine Auszeit von Computer- und Mutterarbeit.

 

Zoe spielt seit September sehr laut Trompete und Stephan ist früh im Jahr mit einer Klarinette zur Bläserklasse dazugestoßen. Lina übt weiterhin - je nach Stück - mehr oder weniger fleissig und möchte im Frühjahr die D1 Prüfung ablegen.

 

Literatur: "Der Turm" von Uwe Tellkamp war mein Buch des Jahres. Ich mag ja am liebsten dicke Bücher, in denen sie die Autoren Zeit lassen und mir die Zeit geben, mich an sie zu gewöhnen. Wenn ich dann nur noch 50 Seiten habe, werde ich meist schon ganz nervös und schaue den Bücherschrank durch nach dem Nachfolgebuch. Der Vorgänger vom "Turm" war "Neue Leben" von Ingo Schulze, hat mir auch gut gefallen und war auf jeden Fall eine gute Vorbereitung: beide Romane spielen in der DDR. Schließlich habe ich auch noch "Der geteilte Himmel" von Christa Wolf gelesen und habe schon den Eindruck, nun ein differenzierteres Bild von der jüngeren deutschen Geschichte zu haben.

 

Gerade bin ich aber wieder bei "Gegen den Tag" von Thomas Pynchon. Obwohl ich derzeit fast nur abends im Bett lese, komme ich ganz gut vorwärts und finde immer wieder großartige Wortschöpfungen und Satzgebilde darin.

 

Film und Theater: Heuer haben wir's tatsächlich mal ins Kino geschafft und dort Das weisse Band angeschaut. Beeindruckt waren wir vor allem von der Ausstattung, die zusammen mit dem Schwarz-Weiß eine ganz dichte Atmosphäre geschaffen hat.

 

Ganz gegenteilig, nämlich bunt und voller Spezialeffekte, kam "Inception" daher: Auch ein Film, der mich sehr beeindruckt hat - zugunsten des Originals mit Untertiteln haben wir auf die Kinoleinwand verzichtet und die DVD aus der lokalen Bücherei ausgeliehen und auf dem Laptop-Heimkino angeschaut. Die verschachtelten Realitäten in diesem Film haben mich lange nicht losgelassen, ähnlich wie bei "Matrix" oder "eXistence". Wenn die Schauspieler (di Caprio) auch noch ein paar Höhepunkte setzen, ist man gnädig gegen logische Einwände. Schließlich will ich mich letztenendes auch unterhalten lassen und nicht überall was auszusetzen haben.

 

Im Theater Regensburg wurde eine schöne Eigenproduktion aufgeführt: Dr. Wahn von und mit Paul Kaiser (einem meiner Favouriten des Regensburger Ensembles) - ein Überblick über die Physik mit besonderem Schwerpunkt auf der Heisenbergschen Unschärferelation. Ein stimmiger und auch lehrreicher Abend war das.

 

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2010

Im Frühsommer hatte ich mich im Theater Regensburg als Ankleiderin beworben und mußte leider nach einem Bewerbungsgespräch feststellen, daß das (momentan noch) nichts für mich ist. Gerade Abends ist man dann gefordert, im ungünstigsten Fall dann zwei Wochen lang am Stück und das ist mit jungen Kindern und deren abendlichem Anspruch einfach nicht vereinbar. Schweren Herzens habe ich dann abgesagt. Nächstes Jahr wird dort ein neuer Intendant bestellt und da wollte ich eigentlich schon mal einen Fuß in der Tür haben...

 

So mußte ich meine kulturellen Ambitionen anderweitig weiterverfolgen: mit Cris, meinem Schwager, übte ich viele Blasmusik-Duette ein und wir benutzten Menschenansammlungen als Auditorium. Mit viel Spielfreude und abwechslungsreichem Repertoire dilettierten wir auf Weihnachtsmärkten, Geburtstagsfeiern und Sportveranstaltungen. Das Leben ist eine offene Bühne und man muß sich dort nur in Szene setzen.

 

Musikalisch ist derzeit einiges im Gange, große Projekte kündigen sich hier an, Ihr dürft also gespannt sein, was ich im nächsten Weihnachtsbrief darüber berichten kann - Zwischenstände können beizeiten auf der Homepage abgerufen werden.

 

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2009

Gerade habe ich Julius angezogen und mit Rucksack und Janis zur Marita`s Haus zum Übernachten geschickt: Lina und ich gehen heute Abend nämlich zu der Weihnachtsfeier der Blaskapelle, bei der wir seit September mitspielen.

 

Lina hat heuer mit Musikunterricht angefangen, wir wollten sie immer von Posaune überzeugen, weil uns das Instrument so gut gefällt. Sie widerstand uns aber und sie spielt jetzt Trompete. Die Überzeugungsarbeit hat dafür mich mürbe gemacht und so habe ich beschlossen, Posaune zu lernen, gemeinsam mit Lina und 8 weiteren Kindern. Musik machen, egal in welcher Besetzung, ist mir schon eine große Freude. Die hofeigene Blaskapelle um Tenorhorn-Cris, Klarinetten-Wanda, Saxofon-Leo und mich spielt derzeit fleißig Weihnachtslieder, weil die auch für erwachsene Anfänger spielbar sind. Vorige Woche durften wir bei einer Brückeneröffnung spielen, mit zahlreicher Unterstützung von Kindern aus benachbarten Blaskapellen gaben wir “Highway to Hell” zum Besten. Alle freuten sich, der Bürgermeister war auch da.

 

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2008

Gelesen habe ich das ganze Jahr ziemlich viel, weil mir das ein echter Genuß ist: im Sommer im schattigen Liegestuhl zwischen Sandkasten und Badewannen und sowieso immer abends im Bett.


Im Theater waren wir heuer schon drei Mal, einmal gehe ich noch mit den Kindern und, weil ich mir ein Abo für das Regensburger Stadttheater zugelegt habe, gleich im Januar wieder zu zwei Vorstellungen.

 

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